An der Gemeinderatssitzung vom 8. Juni 2011 hat der Gemeinderat die Jahresrechnung 2010 einstimmig genehmigt. Die Jahresrechnung schliesst mit Mehreinnahmen von rund CHF 6,5 Mio. Das Budget sah einen Aufwandüberschuss von CHF 94‘500.00 vor. Insgesamt sind Bruttoinvestitionen von CHF 11,3 Mio. getätigt worden. Die eigenen Mittel belaufen sich per Ende 2010 auf neu CHF 74 Mio, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von rund CHF 4 Mio entspricht.
Den Selbstfinanzierungsmitteln von rund CHF 15 Mio. stehen Nettoinvestitionen von CHF 8.5 Mio. gegenüber, was zu einem Finanzierungsüberschuss in der Gesamtrechnung von CHF 6.5 Mio. (Vorjahr CHF 4.3 Mio.) führte. Der Selbstfinanzierungsgrad der Gemeinde beläuft sich auf 177 Prozent. Das effektive Reservekapital, das für die Finanzierung künftiger Projekte eingesetzt werden kann, belief sich am Bilanzstichtag auf CHF 47.1 Mio.
Laufende Rechnung
Das Bruttoergebnis der Laufenden Rechnung (Cashflow) liegt mit knapp CHF 15 Mio. erheblich über dem Vorjahreswert (CHF 12.5 Mio.) und dem Voranschlag (CHF 10.1 Mio.). Bei den höheren Erträgen profitierte die Gemeinde von nicht kalkulierbaren und auch nicht als nachhaltig zu taxierenden Einmaleffekten aus Grundstückgeschäften.
Die Erträge aus der Laufenden Rechnungen erhöhten sich um rund 11 Prozent auf knapp 33 Millionen Franken. Unter Ausblendung der Sondererträge liegen sie auf dem Ertragsniveau des Vorjahres. Während die Vermögens- und Erwerbssteuer sowie die Grundstücksgewinnsteuer die Vorjahreswerte übertrafen, haben sich die Erträge aus der Kapital- und Ertragssteuer aufgrund der Auswirkungen der allgemeinen Wirtschaftslage im Vergleich zum Vorjahr beinahe halbiert. Mehr als verdoppelt hat sich dagegen die Grundstückgewinnsteuer. Wichtigste Ertragsquellen der Gemeinde waren 2010 die Finanzzuweisungen des Landes mit CHF 13.4 Mio.
Der Personalaufwand entwickelte sich 2010 mit rund CHF 6.5 Mio. budgetkonform. Der Sachaufwand umfasst die laufenden Verwaltungs-, Betriebs- und Unterhaltsausgaben sowie Aufwendungen für Aufträge an Dritte (Honorare, Dienstleistungen). Während der Voranschlag 2010 von CHF 4.9 Mio. ausging, schloss die Gemeinderechnung mit Sachaufwendungen von CHF 4.7 Mio. um CHF 200‘000.00 oder 3.9 Prozent unter den Planwerten ab.
Die laufenden Beitragsleistungen in Form von Kostenanteilen an das Land, an Gemeinden sowie an in- und ausländische Institutionen stellen neben den Personalaufwendungen die gewichtigste Aufwandkategorie der Laufenden Rechnung dar. Im Berichtsjahr waren an das Land Liechtenstein Zahlungen von CHF 2.8 Mio. zu leisten. Naturgemäss stellen hier nach wie vor die Gehaltszahlungen für das Unterrichtspersonal an den Primarschulen inkl. Vorschule sowie für die Unterrichtenden an den Kindergärten von insgesamt CHF 2.5 Mio. die grösste Leistung dar.
Investitionsrechnung
Mit einem Nettoinvestitionsvolumen von knapp CHF 8.5 Mio. lag die Investitionsrechnung 2010 um 17 Prozent unter den Zahlen des Voranschlags. Trotz der gesamthaft niedrigeren Investitionen mussten bei einzelnen Projekten Nachtragskredite von gesamthaft CHF 1.0 Mio beim Gemeinderat eingeholt werden. Die Ausgaben des Investitionshaushaltes von brutto rund CHF 11.3 Mio. wurden vollumfänglich in das Verwaltungsvermögen investiert.
Im Rahmen der Tiefbauaktivitäten der Gemeinde stellte der Gemeinderat für die Realisierung verschiedener Strassenbauprojekte einen Gesamtkredit von CHF 3.0 Mio. zur Verfügung, welcher um CHF 200‘000.00 überschritten wurde.
Der für das Jahr 2010 voranschlagte Betrag von CHF 3.8 Mio. für die Sanierung des Tentschagrabens wurde vollumfänglich aufgewendet. Das Land Liechtenstein hat aufgrund des neuen Umweltschutzgesetzes eine Mitfinanzierung von 30 Prozent zugesichert.
Mit CHF 800‘000.00 lag das Investitionsvolumen für gemeindeeigene Hochbauten 2010 deutlich unter dem langjährigen Mittel. In dieser Kategorie dominierte der dritte Teil der Umsetzung der Erdbebensicherheit an der Primarschule Nendeln mit CHF 300'000.00.
Seit der Gründung der Bürgergenossenschaft Eschen mit Stichtag 1. Januar 2002 ist jährlich eine separate Verwaltungsrechnung zu erstellen. Der kumulierte Finanzierungsfehlbetrag beläuft sich seit der Gründung auf CHF 3.1 Mio., wovon CHF 500‘000.00 im Berichtsjahr anfielen.
Vermögensrechnung
In das Finanzvermögen wurden im Berichtsjahr im Sinne des vorsorglichen Bodenerwerbs für eine Million Franken Ankäufe von verschiedenen Grundstücken, teils in der Bauzone gelegen, getätigt.
Im Vergleich zum Vorjahr ist das Verwaltungsvermögen von CHF 27 Mio. um knapp CHF 2.5 Mio. zurückgegangen. Im Verwaltungsvermögen sind vorwiegend Sachgüter wie Hochbauten, Grundstücke sowie Mobilien, Geräte und Fahrzeuge der Gemeinde bilanziert.
Die Passiven setzen sich aus den Fremden Mitteln, allfälligen Deckungskapitalien der separat verwalteten Stiftungen sowie aus dem Reinvermögen zusammen. Dem Fremdkapital von 12.2 Prozent der Bilanzsumme steht ein Eigenkapital von 87.8 Prozent gegenüber, was die solide Finanzierungsstruktur des Gemeindehaushalts veranschaulicht.
Das Reinvermögen hat sich im Berichtsjahr um den Ertragsüberschuss der Laufenden Rechnung von CHF 4 Mio. erhöht und wird am Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 mit CHF 74 Mio. ausgewiesen.
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