Jahresrechnung 2009

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Gesamtübersicht
Bei Erträgen von CHF 29.69 Mio. (davon Grundstücksverkäufe von CHF 0.41 Mio.) und Aufwendungen von CHF 17.21 Mio. (16.36 Mio.) weist die laufende Haushaltsrechnung ein Bruttoergebnis aus, das mit CHF 12.48 Mio. (15.70 Mio.) um CHF 0.71 Mio. über den Erwartungen des Voranschlags liegt.

Der Finanzierungsüberschuss in der Gesamtrechnung erhöhte sich innert Jahresfrist um 176.44% und dadurch schloss die Gemeinderechnung 2009 mit CHF 4.33 Mio. (1.56 Mio.) erfreulich positiv ab. Die Entwicklungen in den einzelnen Gruppen werden in der Kommentierung zur Laufenden Rechnung aufgezeigt.

Verwaltungsrechnung

Laufende Rechnung
In der Laufenden Rechnung 2009 resultiert ein Ertragsüberschuss (vor Abschreibungen) in Höhe von CHF 12.48 Mio. Damit fiel das Ergebnis des Jahres 2009 gegenüber dem Vorjahr um CHF 3.23 Mio. tiefer aus. Im Vergleich zum Voranschlag 2009 konnte jedoch ein deutlich besseres Ergebnis erzielt werden. Rechnete der Voranschlag praktisch mit einer ausgeglichenen Rechnung, war in der definitiven Rechnung ein Mehrertrag von CHF 2.36 Mio. zu verzeichnen. 

Im Vorjahresvergleich ist festzustellen, dass die laufenden Erträge (ohne Sondereffekte) um CHF 0.50 Mio. oder um 1.69% einbrachen. Im Vergleich gegenüber dem sehr guten Ergebnis des Jahres 2007 ist dies ein Rückgang von 8.54%. Die Aufwendungen hingegen erhöhten sich innert Jahresfrist um CHF 0.86 Mio. oder um 5.24% und belaufen sich total auf CHF 17.21 Mio.

Laufende Rechnung

Erträge
Die Erträge aus der Laufenden Rechnung steigerten sich bis zum Rechnungsjahr 2008  kontinuierlich. Wobei im Jahre 2008 die Ertragszunahme aus Baurechtsparzellenverkäufen im Betrage von CHF 2.28 Mio. resultierte. Im Berichtsjahr gingen die laufenden Erträge (ohne Sondereffekte von CHF 0.41 Mio.) um CHF 0.50 Mio. zurück.

Im Bereich der Vermögens- und Erwerbssteuer der natürlichen Personen waren 2938 Veranlagungen (Steuererklärungen) mit einem durchschnittlichen Gemeindesteuerertrag von CHF 2599.00 zu verzeichnen, woraus sich das definitive Steuervolumen von CHF 7.64 Mio. (7.44 Mio.) ergab. Die budgetierten Erwartungen wurden dadurch knapp um CHF 72'000.00 übertroffen. Das veranlagte steuerbare Vermögen steigerte sich im Berichtsjahr um 0.25%. Der steuerbare Erwerb erhöhte sich in der gleichen Veranlagungsperiode um 4.71% oder um CHF 5.16 Mio. Aus dieser Entwicklung lassen sich auch die Mehreinnahmen aus der Vermögens- und Erwerbssteuer im Vergleich zum Vorjahr von CHF 0.20 Mio. erklären. Landesweit wurden total 27'553 natürliche Personen veranlagt. Der Anteil der Steuerpflichtigen in Eschen beträgt somit 10.70%.

Die Kapital- und Ertragssteuer wird von den Körperschaften, Anstalten und Treuunternehmen erhoben, die im Land ein nach kaufmännischer Art geführtes Gewerbe betreiben. Sie erreichte im Rechnungsjahr 2001 aufgrund der ausgezeichneten Wirtschaftsentwicklung ihren Höchstwert mit einem Ertragstotal von CHF 4.81 Mio. In den Folgejahren mussten empfindliche Mindererträge hingenommen werden.

Nach wie vor bilden die alljährlichen Zuweisungen aus dem Finanzausgleich die wichtigste Einnahmequelle für die Gemeinde Eschen. Der Finanzausgleich mit einem Anteil von CHF 13.36 Mio. (12.62 Mio.) oder 44.99% (39.35%) an den Gesamterträgen liegt mit CHF 0.74 Mio. unter den erwarteten Werten.

Die Erträge aus der Grundstückgewinnsteuer lagen im Berichtsjahr mit rund CHF 0.17 Mio. oder mit 30% über den Budgeterwartungen und betragen neu CHF 0.72 Mio., resultierend aus 30 Steuerveranlagungen bzw. Grundstückgeschäften. Die daraus erzielten Gesamtsteuereinnahmen betragen CHF 1.07 Mio., wovon 2/3 bzw. CHF 0.72 Mio. Gemeindeanteil sind. Der Grundstückgewinnsteueranteil an den Gesamtsteuereinnahmen liegt neu bei 2.85%. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Rückgang um 2.09%. In den Jahren 2002 und 2008 konnte ein Ertrag aus Grundstückgeschäften von jeweils über CHF 1.2 Mio. erzielt werden.

Nebst den Erträgen aus den verwalteten freien Mitteln des Finanzvermögens ergeben sich auch Vermögenserträge aus dem Verwaltungsvermögen. Die Einnahmen aus Verpachtung und aus Abgabe von Baurechten belaufen sich im Jahre 2009 auf rund CHF 0.71 Mio. Aus Vermietung von Wohnungen und Liegenschaften konnten Einnahmen in Höhe von ca. CHF 0.24 Mio. erzielt werden.

Aufwendungen
Die laufenden Aufwendungen beliefen sich im Berichtsjahr auf CHF 17.21 Mio. (16.36 Mio.) und entwickelten sich budgetkonform bzw. die Abweichung lag bei -1.11%. Die Verbesserung des Cashflows gegenüber dem Plan 2009 resultiert somit aus den effektiv höheren Einnahmen inkl. Sondereffekte sowie aus den allgemeinen geringeren Konsumausgaben. Zum Vergleichswert 2008 stiegen die laufenden Aufwendungen um CHF 0.86 Mio. oder 5.24% an. Unter Berücksichtigung der Abschreibungen auf das Verwaltungsvermögen weitete sich das Aufwandtotal auf CHF 27.33 Mio. aus. Das entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von CHF 1.48 Mio. oder um 5.70%.
Der Sachaufwand umfasst die laufenden Verwaltungs-, Betriebs- und Unterhaltsausgaben sowie Aufwendungen für Aufträge an Dritte (Honorare, Dienstleistungen). Der Voranschlag 2009 rechnete mit einem Total von CHF 4.94 Mio. Demgegenüber schloss die Gemeinderechnung mit Sachaufwendungen von CHF 4.81 Mio. ab und blieb mit CHF 0.14 Mio. oder 2.75% unter den Planwerten.
Für den baulichen Unterhalt der gemeindeeigenen Anlagen im Hoch- und Tiefbaubereich waren finanzielle Mittel von CHF 0.73 Mio. oder 15.25% der gesamten Sachaufwandgruppe bereitzustellen. Der geplante Ausgabenrahmen wurde mit CHF 82'000.00 überschritten. Diese Aufwendungen werden sich mittelfristig ausweiten, da durch die Schaffung von neuen Verwaltungsgütern vermehrt finanzielle Mittel für den baulichen Unterhalt bereit zu stellen sind.

Für die Aufwandkategorie Dienstleistungen, Honorare und Versicherungen – die grösste innerhalb des Sachaufwandes – fielen im Berichtsjahr Ausgaben von CHF 2.02 Mio. an, womit die hierfür budgetierten Mittel um gesamthaft
CHF 0.12 Mio. oder 5.50% unterschritten wurden. Im Vergleich zum Vorjahr ist jedoch eine absolute Steigerung von CHF 0.16 Mio. feststellbar.

Investitionsrechnung
Mit einem Nettoinvestitionsvolumen von CHF 8.15 Mio. schloss die Investitionsrechnung im Rechnungsjahr 2009 mit 18.69% unter dem für den Voranschlag angesetzten Rahmen ab. Dabei liegt es in der Natur der Investitionsrechnung, dass einzelne Projekte die Annahmen übertreffen, andere dagegen die bewilligten Mittel nur teilweise beanspruchen. Um die Ausgaben für die einzelnen Projekte abzudecken, waren für die Investitionsrechnung Nachtragskredite von rund CHF 0.55 Mio. vom Gemeinderat zu sprechen. Die Ausgaben des Investitionshaushaltes von brutto CHF 9.30 Mio. wurden vollumfänglich in das Verwaltungsvermögen investiert.

Investitionsrechnung

Investive Einnahmen
Bei den im Rechnungsjahr 2009 verbuchten investiven Einnahmen handelt es sich um ordentliche Subventionen der Regierung von CHF 0.32 Mio. für die 1. Tranche der umfassenden Sanierung der Altdeponie Tentschagraba sowie weiteren Zahlungen für Projekte der Schutzwaldsanierung. An Kostenbeiträgen waren total CHF 0.82 Mio. zu verbuchen.

Die totalen Einnahmen an Subventionen, Kostenbeiträgen Dritter und Rückzahlungen beliefen sich im Rechnungsjahr 2009 auf CHF 1.15 Mio.
Die Nettoinvestitionen von CHF 8.15 Mio. werden aus dem Cashflow der laufenden Haushaltsrechnung finanziert, also aus jenem Teil der Erträge, welche nicht für die Deckung der laufenden Aufwendungen benötigt werden.

Selbstfinanzierungsgrad
Der Selbstfinanzierungsgrad zeigt auf, welcher Anteil der Nettoinvestitionen durch die selbst erarbeiteten Mittel finanziert werden kann. Aus diesem Grund stellt er einen aussagekräftigen Indikator für die Beurteilung der Investitionspolitik dar. Bei einem Selbstfinanzierungsgrad von über 100% können die Finanzreserven erhöht werden.

Im Berichtsjahr beträgt der Selbstfinanzierungsgrad 153.09% oder 12.47 Mio. und liegt damit um 42.02% über dem Vorjahreswert oder mit 9.68% unter dem Ergebnis des Jahres 2006.

 

Vermögensrechnung

Aktiven
Die Vermögensrechnung enthält die Anfangs- und Schlussbestände sowie die Veränderungen der Vermögenswerte und Verpflichtungen während eines Rechnungsjahres.

Die Aktiven zeigen die Gliederung und Zusammensetzung der Gemeindevermögenswerte. Sie sind in die Hauptgruppen Finanz- und Verwaltungsvermögen unterteilt. Das freie und ungebundene Finanzvermögen beläuft sich am Bilanzstichtag auf CHF 50.82 Mio. (47.55 Mio.) und hat sich um CHF 3.26 Mio. gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Flüssigen Mittel werden mit CHF 26.44 Mio. ausgewiesen.

Das Finanzvermögen beinhaltet die frei verfügbaren Vermögenswerte, welche nach kaufmännischen Grundsätzen verwaltet werden. Es hat im Berichtsjahr dank der Grundstücksverkäufe um CHF 3.26 Mio. zugenommen. Ab dem Rechnungsjahr 2005 bis Ende des Jahres 2009 stieg das Finanzvermögen gesamthaft um CHF 14.80 Mio. auf CHF 50.82 Mio. an.

Das Verwaltungsvermögen entspricht dem Anlagevermögen der privatwirtschaftlichen Bilanz. Es ist an einen bestimmten, gesetzlich festgelegten Zweck gebunden und kann damit im Gegensatz zu den Bestandteilen des freien Finanzvermögens nicht ohne weiteres realisiert werden. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Verwaltungsvermögen um CHF 1.97 Mio. zurück gegangen und wird mit CHF 29.45 Mio. ausgewiesen. Es erhöhte sich ursprünglich um die Nettoinvestitionen von CHF 8.15 Mio. (14.14 Mio.). Gleichzeitig wurden jedoch Direktabschreibungen von CHF 10.12 Mio. (9.50 Mio.) vorgenommen. Im Verwaltungsvermögen in Höhe von CHF 29.45 Mio. (31.42 Mio.) sind nebst den Buchwerten der Hochbauten von insgesamt CHF 27.80 Mio. (29.63 Mio.) Grundstücke mit einem kumulierten Wert von CHF 0.56 Mio. sowie Mobilien, Geräte und Fahrzeuge von total CHF 1.09 Mio. (1.08 Mio.) bilanziert.

Aktiven

Passiven

Reservekapital
Für die Gemeinde Eschen ergibt sich per Ende Dezember 2009 ein Nettofinanzvermögen von CHF 40.56 Mio. (36.23 Mio.). Im Vergleich zum Ende des Vorjahres entspricht dies einer Finanzreservenzunahme von CHF 4.33 Mio. (1.56 Mio.). Vom Nettofinanzvermögen in Höhe von CHF 40.56 Mio. entfallen per Ende Dezember 2009 CHF 26.44 Mio. (1.76 Mio.) auf Flüssige Mittel. Das Reservekapital, welches mittelfristig der Gemeinde zur Verfügung steht, beläuft sich per Ende des Berichtsjahres 2009 auf CHF 28.93 Mio. (24.95 Mio.). Wie dieses Kapital eingesetzt bzw. verwendet wird, zeigt die rollende Finanzplanung bis zum Jahre 2014 auf, welcher klare Prämissen zugrunde gelegt wurden.

Das Finanzvermögen beläuft sich auf CHF 50.82 Mio. Diesem stehen Schuldverpflichtungen an Dritte in der Höhe von CHF 10.26 Mio. gegenüber. Der Deckungsüberschuss beträgt somit CHF 40.56 Mio., was einem Deckungsgrad von 496% entspricht und bedeutet, dass das Fremdkapital rund fünfmal gedeckt ist. Aus Sicht der Vermögenslage kann der Finanzhaushalt der Gemeinde Eschen als gesund betrachtet werden.
Eschen, im Mai 2010

Günther Kranz, Gemeindekassier

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