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Unser Gemeindewappen

Vor 45 Jahren, am 16. April 1942 unterzeichnete S. D. Fürst Franz Josef die Wappenurkunde der Gemeinde Eschen. Damit war Eschen nach Vaduz und Schellenberg die dritte Gemeinde, die ein Wappen führte.

Die Taube in unserem Wappen ist dem Wappen der Benediktinerabtei Pfäfers entnommen, denn Eschen war über eintausend Jahre mit diesem Kloster verbunden. Die meisten Pfarrer von Eschen wurden von dieser Abtei gestellt, und zwar bis zur Klosteraufhebung 1838.

Die Entstehung des Wappens

Originalwappen Eschen

Im Jahre 1940 beauftragte die Gemeinde Eschen Herrn Alfons Matt aus Zug und Herrn Eugen Verling aus St. Gallen, Entwürfe für ein Gemeindewappen zu erstellen. In kürzerer Zeit reichten beide ihre ersten Entwürfe ein. Die Entwürfe beinhalteten die Esche als Baum und als Fluss, sowie Rofenberg als ehemalige Richtstätte (Waage + Schwert). In mehreren Gemeinderatssitzungen wurden diese Entwürfe diskutiert, dabei aber festgestellt, dass kein Vorschlag alle voll befriedigen konnte. Schlussendlich tauchte der Vorschlag der Pfäferser Taube auf. Die Geschichte der Pfarrei Eschen war somit die Gemeindegeschichte und aufs engste mit dem Kloster Pfäfers verbunden, wie dies durch verschiedene Urkunden bewiesen werden kann.

Eschen hat mit dem Bild der Taube, die einen blutigen Holzspan trägt, ein ansprechendes, ausdrucksstarkes und geschichtlich reich fundiertes Wappen erhalten.

Wappenurkunde der Gemeinde

«Ich, Franz Josef der Zweite, Fürst und Regierer des Hauses von und zu Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf, Graf von Rietberg, beurkunde hiemit zu immerwährendem Gedächtnis, dass Ich Mich bestimmt gefunden habe, der getreuen Gemeinde Eschen in Meinem Fürstentum Liechtenstein das Recht zu verleihen, ein Wappen zu führen als: Die silberne Taube mit dem blutigen Holzspahn im Schnabel oben im blauen Schild und unten das silberne Wellenband der Esche. Dieses Wappen mag die genannte Gemeinde in Hinkunft auf Siegeln, Fahnen und Denkzeichen aller Art gebrauchen und sich dessen nach aller Notwendigkeit und nach ihrem Gutdünken bedienen. Zugleich verleihe Ich der Gemeinde Eschen das Recht zur Führung einer Flagge und zwar: ist das Blau des Wappens in der Mitte geteilt durch das Silberband der Esche.

Zu Urkund dessen habe Ich dieses Diplom eigenhändig unterzeichnet und das Fürstliche Siegel beifügen lassen.

Gegeben auf dem Schloss Vaduz am 16. April 1942.»
gez. Franz Josef

Wappenurkunde
Bild Wappenurkunde vergrössern (JPG)

Wappenbeschreibung und Begründung

Die silberne Taube mit dem blutigen Holzspan im Schnabel oben im blauen Schild und unten das silberne Wellenbad der Esche.

Die silberne Taube mit dem blutigen Holzspan ist dem Wappen des Klosters Pfäfers entnommen. Das Kloster Pfäfers hatte bis zu seiner Aufhebung (1838) die Pfarrpfrund Eschen inne.

Die Flagge der Gemeinde Eschen-Nendeln ist blau, in der Mitte geteilt durch das Silberband der Esche.

Die Legende um die Taube mit dem blutigen Span – Der hl. Primin baut ein Kloster

Zur Zeit von Papst Gregor II. dem Jüngeren, der im Jahr 714 Papst geworden sein soll und dieses Amt bis zum 11. Februar 732 ausübte, kam in die Provinz Chur von Rom her der hl. Pirmin. Dieser fromme Mann war ein Bischof, und er verkündete des Wort Gottes bis in alle Winkel dieser Gegend. Damals lebten in den Gebirgstälern Graubündens wilde Barbaren: es waren die Rhucantier, ein Volk der Räter. Pirmins Reden wurden überall gern gehört, und die Leute strömten in grossen Scharen zu ihm. Schliesslich beten sie ihn sogar, ein Kloster zu bauen und Mönche ins Tal zu holen.

Ein Platz für die Klosteranlage war rasch gefunden. Auf der rechten Talseite in Marschlins, über dem Fluss, der Landquart genannt wird, wollte Pirmin die Abtei errichten. Schnell machte sich der Architekt und die anderen Arbeiter ans Werk. Der Platz war schon gerodet, und man ging daran, das Bauholz herzurichten. Bei dieser Arbeit war ein Zimmermann für einen Moment unvorsichtig; seine Axt rutschte ab, und verletzte ihn am Bein schwer. Das Blut färbte das geschlagene Holz rot.

Da flog in wunderbarer Weise eine Taube daher und nahm unerschrocken einen Holzspan, der an drei Stellen vom Blut bespritzt war, in den Schnabel. Dann erhob sie sich in die Lüfte und trug den Span in schnellem Fluge über die Wälder nach Pfäfers, zuoberst auf eine Lärche.

Die Arbeiter folgten ihr und als sie oben angekommen waren, sahen sie, wie die Taube mehrmals um den Baumwipfel kreiste. Nachdem sie dreimal aus vollem Halse gegurrt hatte, entschwand sie vor den Augen aller.

Nachher fanden die Bauarbeiter unter der mächtigen Lärche den blutigen Span. Sie waren sicher, dass das Geschehen ein Zeichen Gottes war. So beschlossen Pirmin und eile Beteiligten, das Gebäude an diesem Orte zu bauen. Den Altar errichteten sie genau an der Stelle, wo die Taube den blutigen Span fallen gelassen hatte.

Später bestimmten die Mönche, das Wappen des Klosters Pfäfers solle die weisse Taube mit den ausgebreiteten Flügeln sein, die in ihrem Schnabel den Holzspan mit drei blutigen Streifen trägt.

Die Mönche des Klosters Pfäfers haben lange Zeit die Pfarre Eschen betreut. Deshalb übernahmen die Einwohner von Eschen-Nendeln das Wappen des Klosters für ihre Gemeinde.