Kultur

Jahrmarkt und «Bremimart»

Der traditionelle Unterländer Jahrmarkt findet jeweils im Oktober statt. Eschen ist dann Markt- und Schauplatz, bei welchem Waren aller Art angeboten werden. Die Landwirte des Unterlandes führen ihre schönsten Kühe, Schafe und Ziegen vor, die prämiert werden. Für die Kinder ist der Markt wegen seinen Attraktionen immer ein besonderes Erlebnis.

Der Eschner – «Der Eschnerkolpa»

Der Spitz- oder Übername für die Eschnerinnen und Eschner lautet «Eschner Kolpa». Das heisst, dass die Eschner von anderen Gemeindeangehörigen früher «Eschner Kolpa» gerufen wurden. Der Name rührt vom intensiven Tüergga-Anbau (Mais-Anbau) her. Obwohl von vielen als «Arm-Leute-Brot» bezeichnet, soll der Tüergga aus Eschen schon immer einen ganz vorzüglichen Rebel ergeben haben, ein Maisgericht das in früheren Jahren täglich auf den Tisch kam. Viele Jahre verdrängt, feiert der Rebel heute in verschiedenen Variationen Renaissance.

Aber auch ein feines Tüerggabrot oder der neu kreierte Rebelkuchen schmecken zusammen mit einem Glas Eschner Wein vorzüglich und sind ein Beweis für die kulinarische Kultur und Tradition.

Johann Georg Helbert – Eschner Chronist

Der Eschner Johann Georg Helbert ist der erste namhafte Chronist des Fürstentums Liechtensteins und damit ein Begründer der Geschichtsschreibung. Von 1770 bis 1813 machte Helbert Aufzeichnungen über Klima und Wetter, Landwirtschaft, Konjunktur und Krise, Preise, besondere Vorkommnisse in und um Liechtenstein, Kirche, Religiosität, Volks- und Aberglauben, Neuerungen in Land und Gemeinde, Türken- und Franzosenkriege und anderes mehr.

Helberts Blickwinkel war derjenige des Landesbewohners im alltäglichen Leben und deshalb authentisch, unmittelbar und für Liechtenstein einmalig. Die Helbert-Chronik ist im Jahre 2006 in zwei gebundenen Bänden (Chronik und Faksimile) erschienen und kann beim Empfangssekretariat der Gemeindeverwaltung erworben werden.

Kirchliches Brauchtum

An Besonderheiten des kirchlichen Brauchtums sind in Eschen das Kirchweihfest auf Rofenberg (Kappele-Kelbi) am ersten Sonntag nach dem 3. Mai zu erwähnen.

Etwas ganz Besonderes ist die heute noch bestehende und 1623 in Nendeln gegründete Sebastian-Bruderschaft. Die Ursache der Gründung einer Sebastian-Bruderschaft in Nendeln war eine pestartige Krankheit, die vom Jahre 1623 an schreckliche Verheerungen im Lande anrichtete. Der heilige Sebastian wurde seit Jahrhunderten als besonderer Schutzheiliger gegen Krankheiten verehrt und angerufen. Die im Jahre 1639 erbaute kleine Kirche in Nendeln wurde zur Bruderschaftskirche bestimmt.

Jedes Jahr wird der Kirchenpatron – der HI. Sebastian – am Sonntag nach dem 19. Januar gefeiert, wobei der Männerchor Nendeln den Gottesdienst feierlich mitzugestalten weiss und auch die dazugehörigen weltlichen Festivitäten traditionsbewusst pflegt.

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